Schauplätze

Erschütternd
Alle regen sich über verwundete und getötete Amerikaner auf. Aber dass ein Krieg auch viel tragischere Opfer fordert, das wird gerne übersehen.
An unidentified Iraqi man holds an unidentified girl wounded after U.S.-led coalition air strikes over the southern Iraqi city of Basra, Saturday March 22, 2003. (AP Photo/Nabil)

Nachtrag (15:34 Uhr): Mir war danach, dieses Bild, das mir am Morgen per Mail zugeschickt wurde, hier zu veröffentlichen, weil ich infolge der Überfrachtung durch Kriegsberichterstattungen in allen möglichen Medien langsam aber sicher abzustumpfen drohe.

Diese drastische Darstellung kam mir gerade recht, um mich (und vielleicht auch andere) aufzuwecken und zu zeigen, dass Krieg grausam ist und kein »sauberes«, medial aufbereitetes Planspiel für Generäle und selbstsüchtige Potentaten.
 
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24. März, 14:56 mariong
die
den Krieg anrichten gehen über Leichen, die interessieren sich nicht für zerfetzte Kinderkörper oder -seelen.
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24. März, 15:09 olau
ja,
aber um die Kriegstreiber zu mahnen, müsste ich schon mehr tun als bloß ein Weblog zu pflegen.
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24. März, 15:15 mariong
und die interessieren sich auch nicht für Ihre Mahnungen?
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24. März, 15:19 olau
Lächeln!
Bitte nicht so negativ sein…

Wie darf ich es verstehen, dass Sie Ihren Kommentar als Frage verfasst haben?
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24. März, 15:35 mariong
ich weiß auch nicht. Unter dem Bild steht "wounded". Ich kann kein richtiges Englisch. Heißt das "verwundet"? Wenn man hinsieht erkennt man, dass der Fuss des Mädchens fast völlig abgetrennt ist. Ob sie das überlebt? Da fällt es schwer zu lächeln.
Frage: Glauben Sie, dass irgendwelche Mahnungen únd irgendwelche romantischen Ideen zu Menschenrechten eine Rolle spielen bei der Frage "Krieg oder Frieden"?
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24. März, 16:38 olau
Re: romantische Ideen zu Menschenrechten
Ja, »wounded« heißt verwundet. Ich glaube, das ist auch tatsächlich der Fall. Dafür spricht, dass der Arm des Mädchens nicht schlaff herabhängt und die Gesichtszüge noch einigermaßen »straff« sind. Ein abgetrennter Fuß bringt niemanden um, sofern er schnell genug versorgt wird. Auch die Verblutungsgefahr ist nicht so hoch, wie allgemein angenommen wird, da sich durchtrennte Arterien reflexartig zusammenziehen und dadurch den Blutverlust stark reduzieren.

Ich habe nochmal über meine Bitte zu lächeln nachgedacht. In der Tat ist Lächeln hier nicht angebracht. Verstehen Sie sie als Verstärkung meiner Aufforderung nicht so negativ zu sein. Trauer, Kummer und Mitleid sind genauso nutzlos wie Hass und Gewalt. Lieber nüchtern und distanziert betrachten und analysieren, ohne sich in Gleichmut zu verlieren, als sich zu sehr von den Ereignissen in der Golf-Region beeindrucken zu lassen.

Zur Frage nach der Effektivität von Mahnungen: Wenn selbst die diplomatische Mission des Papstes fehlschlägt, dann sind alle weiteren Mahnungen für die Erhaltung des Friedens bestenfalls ein Akt der Verzweiflung. Wirkungsvoll sind sie dann nicht mehr.

Die erschütterndste Einsicht, die ich aus dem Krieg bislang gewonnen habe, ist, dass vernunftmäßiges und ethisches Handeln nicht mehr gleichbedeutend sind mit der zivilisierten Welt. Dass andernorts, beispielsweise in China oder Nigeria, die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. Dass aber imperialistisches Machtgehabe, Gier und religiöse Verblendung im ‘aufgeklärten’ Okzident derart fatale Folgen haben könnten, wie sie jetzt im Krieg gegen Saddam Hussein offenbar werden, hatte ich bis vor kurzem nicht zu träumen gewagt.

Mit der Veröffentlichung des Fotos wollte ich einen Kontrapunkt zu den recht einseitigen Berichten im Fernsehen setzen.

Ich bin verunsichert und beunruhigt ob der Entwicklungen.
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24. März, 18:56 mariong
danke
ich hatte Sie durchaus recht verstanden, auch das "Lächeln". Aber bei solchen Bildern fällt es schwer "Kopf" und "Herz" zu trennen. Die Emotionen lassen sich nicht kontrollieren, und das Bild des Mädchens spricht für sich und gegen jegliche Form der Gewalt.
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24. März, 19:07 olau
OK
Sie hatten Fragen gestellt, ich habe geantwortet. Lieber mal etwas möglicherweise doppelt erklärt, als Missverständnisse zu provozieren. Gell? ;-)
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24. März, 19:45 mariong
Um Himmels Willen, Ihre Antwort war angemessen, nicht nur für mich, und kein Grund für diese Verteidigungshaltung. Wirklich nicht.
Mein Danke war auch wirklich so gemeint, nicht irgendwie ironisch oder zynisch oder sonstwie abwertend.
Sie haben mir schon einmal an anderer Stelle in meinem Blog den Rat gegeben, mich nicht über irgendetwas, was man nicht ändern kann, so zu ärgern. Das meinte ich wohl mit der Botschaft, ich hätte verstanden. (com.isch, ständig sagen mir Leute, "reg dich nicht so auf, du kannst nichts ändern und das bringt dir persönlich auch nichts als Verdruss")
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24. März, 19:49 olau
Ich habe aus Ihrer Antwort
keinen Zynismus oder ähnliches herausgelesen. Keine Sorge also!

Ich habe gerade eben hinter mein »Gell« den nötigen Smiley angefügt. Hoffentlich wird meine Aussage dadurch klarer <Schweiß-von-der-Stirn-wisch>

:)
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24. März, 19:58 mariong
Blödes
Internet.
Immer versteht man sich falsch. Wenn man sich gegenübersieht oder selbst wenn man telefoniert, kann man sich viel besser mitteilen über Gestik, Mimik und Betonung. ;-)
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24. März, 20:03 olau
Yepp!
Aber nun ist ja alles wieder gut…

Was wäre das Internet ohne Emoticons?
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24. März, 20:45 mariong
Eine
gefühllose Informationsaustauschbörse, es würden also ca. 90 % der Information fehlen?
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24. März, 20:47 olau
oder ein Quell
von Missverständnissen und Hasstiraden…
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24. März, 21:00 mariong
who knows?
Nobody is perfect.
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Imladhrim, 21. März, 01:03
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Ingeborch, 3. Dezember, 19:38
...
Das tiefste Loch Europas gibt's in so einem Berg in der Provence. Da ist Wasser drin und die haben den Boden noch nicht gefunden. Vielleicht ist Herr Olau noch auf der Suche, im Namen der Wissenschaft.
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